Geschmack, Aussehen, Konsistenz: Was macht Pferdefleisch aus?

Der Geschmack von Pferdefleisch lässt sich mit dem von Rind- und Wildfleisch vergleichen. Es schmeckt etwas würziger, süßlicher und säuerlicher als Rindfleisch. Die Farbe ist dunkelrot mit blauem Schimmer, wenn das Fleisch von erwachsenen Tieren stammt. Fohlenfleisch hat hingegen wie Kalbfleisch eine hellrote Farbe. Die Konsistenz von Pferdefleisch ist fest, es ist mit wenig Fettgewebe durchsetzt, aber dennoch feinfaserig und zart.

Pferdefleisch ist im Vergleich zu Rindfleisch deutlich fettärmer und enthält weniger Kalorien. Auch der Nährstoffgehalt unterscheidet sich deutlich: Es ist besonders reich an Eisen und Kalzium, enthält dafür geringere Mengen an Beta-Carotin sowie an Vitamin E, B1 und B2. Mineralstoffe wie Phosphor, Zink, Magnesium, Natrium und Kalium sind ebenfalls weniger enthalten.

Je nachdem, um welches Teilstück es sich handelt, kann Pferdefleisch wie Rindfleisch als Gulasch, Braten, Steak, Rouladen und Filet zubereitet oder zu Wurst verarbeitet werden. Die Garzeiten sind etwas kürzer als die von Rind, da Pferdefleisch ohnehin recht zart ist und wegen des geringen Fettgehalts sonst schnell trocken wird. Weil Niere und Leber von Pferden häufig stark mit Kadmium belastet sind, eignen sich diese Innereien nicht zum Verzehr.

Pferde werden in der Regel nicht zur Fleischerzeugung gemästet. Meist handelt es sich um private Tiere, die zur Schlachtung freigegeben werden. Solche Tiere dürfen zu Lebzeiten beispielsweise nur bestimmte Medikamente erhalten. Bevor ihr Fleisch verkauft wird, werden die Tiere einer amtlichen Untersuchung unterzogen. In Deutschland finden Sie das Fleisch vor allem in speziellen Rossschlachtereien.

In Deutschland ist der Verzehr von Pferdefleisch kaum verbreitet. Es werden nur etwa 50 Gramm pro Jahr und Person konsumiert. Ein Grund hierfür ist, dass viele Menschen Pferde als Haustiere oder Nutztiere ansehen. Der Rheinische Sauerbraten zählt zu den wenigen Gerichten, die hierzulande traditionell mit Pferdefleisch zubereitet werden.

Der Pferdefleischskandal im Jahr 2013 war nicht aufgrund des Fleisches an sich problematisch, sondern wegen der falschen Etikettierung und verbotenen Kennzeichnung als Rindfleisch. Zudem wurde die Herkunft durch mehrere Zwischenlieferanten verschleiert, sodass sich nicht nachvollziehen ließ, wie die Tiere aufgezogen wurden. Grundsätzlich gilt der Verzehr von Pferdefleisch als völlig unproblematisch.

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