Welche Eigenschaften sind typisch für Wein aus Ungarn?

Obwohl Weißweine knapp drei Viertel der ungarischen Weinproduktion ausmachen, sind hierzulande die Rotweine aus Ungarn deutlich populärer. In erster Linie handelt es sich hierbei um eher fruchtige Weine der Rebsorte Kékfrankos (Blaufränkisch). Sie ist in Ungarn noch vor den zahlreichen kultivierten Weißweinsorten die insgesamt meistangebaute Rebe.

Dahinter rangieren die weißen Rebsorten Welschriesling und Furmint. Ebenfalls verbreitet sind Chardonnay, Müller-Thurgau, Grüner Veltliner und Riesling sowie zahlreiche ungarische Weißweinsorten. Typische rote Rebsorten für Wein aus Ungarn sind neben dem Kékfrankos (Blaufränkisch) die Sorten Cabernet Sauvignon, Zweigelt, Merlot, Blauer Portugieser und Pinot Noir.

Der berühmteste Wein aus Ungarn ist der Tokajer, der aus den spät reifenden Rebsorten Furmint, Lindenblättrigem, gelbem Muskateller oder Zéta gekeltert wird. Der edle Weißwein gilt bis heute als einer der bedeutendsten Weine der Welt und trug zu seinen Hochzeiten im 18. Jahrhundert den Titel „Wein der Könige und König der Weine“. Der Tokajer wird in verschiedenen Qualitätsstufen und Süßegraden hergestellt. Als besonders edel gelten die Süßweine. Tokajer ist als geografische Herkunftsangabe durch die EU geschützt.

Wein aus Ungarn ist in der Regel relativ preisgünstig und dennoch qualitativ hochwertig. Im Zuge der EU-Weinmarktordnung von 2009 wurden die Qualitätsstufen für ungarischen Wein angepasst. Hier sind sie in aufsteigender Reihenfolge mit der deutschen Entsprechung angeführt:

  • Bor („Wein“)

  • OFJ („Wein mit geschützter geografischer Angabe“)

  • OEM („Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung“)

Darüber hinaus gibt es noch ungarische Weine von besonderer Qualität, die ähnlich wie in Deutschland mit Prädikaten wie Spätlese, Auslese, Ausbruch und Trockenbeerenauslese gekennzeichnet sind.

Der Weinbau in Ungarn konzentriert sich dort, wo ein gemäßigtes kontinentales Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern herrscht. Dies ist zum Beispiel am Balaton bzw. Plattensee der Fall, außerdem in der Budapest-Ebene, der Donau-Region sowie in den nördlichen Bergen Ungarns. Insgesamt gibt es 22 Weinbaugebiete in Ungarn.

Die Weine, deren Reben im trockenen Klima und auf dem Sandboden östlich der Donau gedeihen, zeichnen sich meist durch Leichtigkeit und wenig Säure aus. Die vulkanischen Böden im Westen der Donau bringen tendenziell gehaltvollere Weine hervor. Südlich und nördlich vom Balaton werden überwiegend körperreiche, sortenreine Rotweine und Chardonnay-Weißweine produziert. Weitere Weinbaugebiete finden sich nördlich von Budapest an den Gebirgsabhängen. Dort befindet sich auch das Gebiet Tokaj-Hegyalja, die Heimat des Tokajers.

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