Wie beeinflusst das Alter der Rebstöcke die Weinqualität?

Weine aus alten Rebstöcken gelten generell als selten und qualitativ hochwertig. Unter alten Reben versteht man im Allgemeinen Weinstöcke, die mindestens 30 Jahre alt sind. Eine einheitliche weinrechtliche Definition für den Begriff „Alte Reben“ gibt es allerdings nicht.

Mit zunehmendem Alter nimmt der Ertrag aus einer Weinrebe ab. Spätestens ab einem Alter von 50 Jahren gelten Reben für Winzer daher als unwirtschaftlich. In einem Weinstock werden deshalb nur selten Reben bewirtschaftet, die älter als 30 Jahre sind. Andererseits haben diese Pflanzen über die Jahre ein tiefes und weitverzweigtes Wurzelwerk ausgebildet. Alte Rebstöcke können ihre Trauben dadurch mit mehr Mineralstoffen versorgen. Durch ihre tiefen Wurzeln sind alte Rebstöcke außerdem weniger empfindlich gegenüber Trockenheit und anderen Faktoren. Die Rebsorte Riesling gehört unabhängig vom Alter der Rebe zu den Sorten, die gut mit Trockenheit auskommen. Weil die Pflanze zudem mehr Nährstoffe auf weniger Trauben verteilen kann, lassen sich aus den Trauben alter Rebstöcke Weine von hoher Qualität mit intensiven, komplexen Aromen gewinnen. Aus diesem Grund gelten Weine aus „Alten Reben“ als besonders exklusiv.

Obwohl Rebstöcke mit einem Alter von 30 oder 40 Jahren bereits als alt gelten, gibt es einzelne Reben, die sogar ein Alter von über 80 oder 100 Jahre erreicht haben. Bestimmte Zinfandel-Rebstöcke in Kalifornien wurden bereits im 19. Jahrhundert gepflanzt und tragen noch immer Trauben. Auch in Spanien wachsen noch Rebstöcke aus dieser Zeit, sie haben die sogenannte Reblauskatastrophe überstanden. Durch den Schädlingsbefall in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die europäischen Weinbestände radikal dezimiert.

Als ältester noch immer austreibender und alljährlich Früchte tragender Weinstock der Welt gilt die Stara Trta-Rebe in Maribor in Slowenien. Aus der über 400 Jahre alten Stara Trta, die der roten Rebsorte Žametovka entstammt, werden noch immer jedes Jahr bis zu 50 Kilo Trauben gelesen und zu Wein gekeltert. Die sogenannte „Urrebe“ in Margreid in Südtirol soll sogar noch älter sein, sie wurde im Jahr 1601 als Hausrebe gepflanzt und trägt eine Sorte von Tafeltrauben. Die 350 Jahre alte Rebe Versoaln, die ebenfalls in Südtirol wächst, gilt als größte Rebe Europas und bringt jedes Jahr einen gleichnamigen exklusiven Weißwein hervor, von dem jährlich nur 600 bis 700 nummerierte Flaschen produziert werden.

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