Woran erkennt man eine „echte“ Thüringer Bratwurst?

Der Begriff Thüringer Bratwurst ist eine sogenannte geschützte geografische Angabe. Das wichtigste Merkmal einer „echten“ Thüringer ist also, dass sie tatsächlich ausschließlich in Thüringen hergestellt wurde. Die verwendeten Rohstoffe dürfen heutzutage hingegen auch aus anderen Regionen stammen. Übrigens handelt es sich bei der traditionsreichen Spezialität aus Thüringen um eine mittelgrobe bis grobe Bratwurst. Im Unterschied zur feinen, wie sie beispielsweise in unserer Kartoffel-Bratwurstpfanne verwendet wird.

Welche Zutaten ganz genau in der Thüringer Bratwurst enthalten sind, ist von Rezept zu Rezept verschieden und in der Regel geheim. Jedoch ist bekannt, dass die Wurstspezialität zumeist aus Schweinefleisch besteht, wobei auch entsehntes Kalb- oder Rindfleisch als Zutat erlaubt ist. Die Gewürzmischungen enthalten üblicherweise neben Salz und Pfeffer auch Kümmel, Muskatnuss sowie Knoblauch, manchmal auch Majoran, Kardamom, Zitronenschale, Bärlauch oder Senfkörner. Das Wurstbrät wird in einen Naturdarm gefüllt, die fertige Wurst hat eine Länge von 15 bis 20 Zentimetern.

Die echte Rostbratwurst aus Thüringen kommt zumeist roh auf den Holzkohlegrill. Auf dem gleichen Rost landet übrigens auch das Thüringer Rostbrätel, das rein gar nichts mit der Bratwurst zu tun hat. Zu der fertig gegrillten Bratwurst wird traditionell ein aufgeschnittenes Brötchen sowie Original Thüringer Senf gereicht. Der Senf besteht aus gemahlenen Senfkörnern, Meerrettich und Branntweinessig. Aber auch Thüringer Kartoffelsalat ist eine beliebte Beilage.

Im thüringischen Holzhausen gibt es sogar das erste Deutsche Bratwurstmuseum, das allerlei Kuriositäten, Fakten und Anekdoten zur Thüringer Bratwurst gesammelt hat und ausstellt. Die Ursprünge der Rostbratwurst sollen sogar bis ins Jahr 700 vor Christus zurückreichen, weil der griechische Dichter Homer in seiner Odyssee eine vergleichbare Wurst beschrieb. Träger des Museums ist der Verein „Freunde der Thüringer Bratwurst e. V.“, der sich seit 2006 um die Kultur- und Brauchtumspflege rund um die Wurst bemüht.

Als Weimar 1999 die Kulturhauptstadt Europas war, kam es zu einem mittelgroßen Eklat: Der Organisationschef war der Ansicht, dass frisch gegrillte Thüringer Bratwürste nicht zum gehobenen Kulturbetrieb passen. Er erreichte ein örtlich beschränktes Verkaufsverbot in der Stadt, obwohl eine Bürgerinitiative dies zu verhindern suchte. Seit Januar 2004 ist die Thüringer Bratwurst jedoch geschützt und gilt ihrerseits als Kulturgut.

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