Handelt es sich bei Reiswein tatsächlich um Wein?

Streng genommen ist Reiswein kein Wein. Nur solche Getränke dürfen als Wein bezeichnet werden, die von Früchten der Weinrebe stammen. Da Reiswein größtenteils aus Reis hergestellt wird, handelt es sich also auch nicht um Wein. Bei der Herstellung wird stattdessen Reis oder Reisstärke verzuckert und fermentiert.

Reiswein kann als ein Sammelbegriff für unterschiedliche alkoholische Getränke aus verschiedenen asiatischen Ländern verstanden werden. Dort kann der Reiswein jeweils einen ganz besonderen Charakter aufweisen.

  • Sake ist japanischer Reiswein und wohl die bekannteste Variante. Sowohl Begriff als auch Getränk sind weltweit so verbreitet, dass Sake oft als Synonym für jeden Reiswein verwendet wird. Er hat einen Alkoholgehalt von 15 bis 20 Prozent und kann farblos bis bernsteinfarben sein. Sake gilt als japanisches Nationalgetränk. Eine Variante ist Mirin – er wird ähnlich hergestellt, hat aber einen höheren Zuckeranteil und enthält im Gegenzug weniger Alkohol. Er wird vor allem beim Kochen verwendet. Doch auch Sake ist häufig auf der Zutatenliste japanischer Rezepte zu finden, wie bei unserem Rezept für Chicken Karaage.

  • Auch in China gibt es unterschiedliche Varianten des Reisweins. Besonders bekannt ist der Shaoxing-Reiswein. Dieser wird leicht erwärmt und vor allem im Winter getrunken. Es gibt ihn in mehr als zehn verschiedenen Sorten, unterteilt nach Zucker- und Alkoholgehalt.

  • Koreanische Reisweine ähneln den chinesischen und japanischen stark, allerdings werden ihnen besonders oft Blüten, Kräuter oder Früchte für ein spezielles Aroma beigefügt. Auch in Korea gibt es viele verschiedene Varianten des Getränks: Man unterscheidet beispielsweise zwischen klaren Reisweinen mit etwas höherem Alkoholgehalt und trüben Sorten mit weniger Alkohol.

  • Thailands Reisweinvariante heißt Sato. Dieser wird entweder industriell hergestellt oder privat – oft nach alten Familienrezepten. Letztere sind allerdings meist illegal und werden oft als Grundlage für selbstgebrannten Reisschnaps verwendet.

  • In Vietnam gibt es ebenfalls verschiedene Sorten von Reiswein. In der Bezeichnung wird dort nicht zwischen Reiswein und Reisschnaps unterschieden, sodass Reiswein auch ein Schnaps sein kann. Ruou can wird beispielsweise aus unterschiedlichen Reissorten sowie Mais oder Maniok hergestellt und enthält außerdem verschiedene Kräuter, Wurzeln oder Blätter. Ruou nep hat oft eine dickflüssige Konsistenz und wird dann eher gelöffelt als getrunken.

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