Was sollte man über portugiesischen Wein wissen?

Portugal bringt als Weinland sehr vielseitige Weine hervor. Unterschiedliche meteorologische Gegebenheiten sorgen für eine große Bandbreite: So entstehen im kühlen Atlantikklima eher leichte Weißweine, während im Landesinneren wegen der trockenen, heißen Sommer eher schwere Rotweine dominieren. Der portugiesische Weinbau hat eine lange Tradition und wird weltweit geschätzt. Besonders bekannt sind hierzulande vor allem der Vinho Verde sowie die Süßweine Madeira und Portwein.

Der Portwein gelangte zu internationaler Berühmtheit, als Ende des 17. Jahrhunderts englische Weinhändler auf portugiesische Geistliche trafen. Sie gaben zum Rotwein während der Gärung Brandy hinzu, um auf diese Weise die Gärung zu stoppen. Der Portwein überzeugte die Händler und wurde bald über die Grenzen Portugals hinweg bekannt. Er stammt aus Lamego im Landesinneren. Der Wein ist ein sehr süßer, stark alkoholhaltiger, schwerer Rotwein. Für ihn wurde 1756 das weltweit erste Gesetz zur Begrenzung eines Anbaugebiets erlassen. So wird echter Portwein auch heute noch aus Trauben der Region um das Douro-Tal im Norden Portugals hergestellt. Als Portwein mit der höchsten Qualität wird heute Vintage Port angesehen. Das Weininstitut der namengebenden Hafenstadt Porto legt die Herstellungs- und Qualitätskriterien für den Wein fest. Erfüllt er diese, bekommt er das offizielle Siegel und darf sich Portwein nennen. Etwa 40 Rebsorten sind für die Herstellung zugelassen, darunter Tinta Barroca, Touriga Franca und Touriga Nacional für den roten sowie Malvasia Fina und Codega für den selteneren weißen Portwein.

Ein weiterer im Ausland sehr beliebter portugiesischer Wein ist der Vinho Verde. Er wird als Weißwein, Rotwein und Rosé gekeltert, außerhalb Portugals ist vor allem die weiße Variante verbreitet. Der Vinho Verde ist mengenmäßig der bedeutendste Wein Portugals. Er ist sehr leicht und dank seines fruchtigen Aromas ein typischer Sommerwein. Charakteristisch ist außerdem die leichte Kohlensäure. Sie entsteht bei hochwertigen Weinen auf natürliche Weise bei der Gärung, darf aber auch nachträglich hinzugefügt werden. Das Anbaugebiet liegt im Norden Portugals an der Atlantikküste.

Der Madeira, der von der gleichnamigen Atlantikinsel stammt, ist ebenfalls weltberühmt. Madeira ist ein Likörwein, der ähnlich wie Portwein mit Weinbrand angereichert wird, um die Gärung zu stoppen. Entsprechend hat er einen höheren Alkoholgehalt als andere Weine (17 bis 22 Volumen-Prozent). Hinsichtlich der Lagerung nimmt der Madeira eine Ausnahme ein, weil er für einen minimalen Gasaustausch stehend gelagert werden sollte. Das Weininstitut von Madeira bezeichnet die Rebsorten Sercial (trocken), Gouveio (halbtrocken), Bual (halbsüß) und Malmsey (süß und üppig) als besonders edel.

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