Darf man Lakritz in der Schwangerschaft essen?

Antwort in aller Kürze

Während der Schwangerschaft sollte Lakritz nur in Maßen konsumiert werden, da übermäßiger Verzehr die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Eine Langzeitstudie aus Finnland (2017) zeigte, dass Glycyrrhizinsäure in Lakritz die Cortisol-Konzentration erhöht, was kognitive Fähigkeiten und Pubertät beeinflussen kann. Kritisch sind 500 mg Glycyrrhizinsäure (ca. 500 g Lakritz). Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft bis zu 100 mg täglich als unbedenklich ein. Wehen auslösende Wirkung beachten.

Die ausführliche Antwort der EDEKA Expert:innen

Möchten Sie während der Schwangerschaft Lakritz essen, sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen. Denn hier ist Vorsicht angebracht. Ein übermäßiger Verzehr kann möglicherweise die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes nachhaltig beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kam eine Langzeitstudie aus Finnland, deren Ergebnisse 2017 alarmierend ausfielen. Allerdings gilt es, auf die Details zu achten. So kann Lakritz in der Schwangerschaft schädlich sein, wenn Sie eine bestimmte Menge des Inhaltsstoffes Glycyrrhizinsäure überschreiten. Dieser in der Süßholzwurzel enthaltene Stoff erhöht die Cortisol-Konzentration im Körper des Ungeborenen. Das kann wiederum die kognitiven Fähigkeiten mindern und die Pubertät beeinflussen. Außerdem kann ein hoher regelmäßiger Lakritzkonsum zu Bluthochdruck führen bzw. diesen verstärken. Als kritisch für das ungeborene Kind gilt der Studie zufolge der regelmäßige Genuss ab 500 mg Glycyrrhizinsäure, die in etwa 500 g normaler Lakritze stecken. Achtung, sogenannte Stark- oder Erwachsenenlakritze enthält wesentlich mehr – zum Teil doppelt so viel. Lesen Sie die Angaben und Warnhinweise auf der Verpackung also genau.

Wie viel Lakritz ist in der Schwangerschaft ungefährlich?

Die Glycyrrhizinsäure hat eine weitere Eigenschaft, die begründet, warum kein Lakritz in der Schwangerschaft empfohlen wird. Sie kann Wehen auslösen – das gilt übrigens auch für andere Lebensmittel, etwa Salbei. Lesen Sie dazu die Expertenantwort auf die Frage "Warum sollte man in der Schwangerschaft Salbei meiden?". Sowohl bei dem Kraut als auch bei der Süßigkeit treten die gefährlichen Wirkungen aber erst ab einer bestimmten Verzehrmenge ein. Bei Lakritz liegt die kritische Grenze bei 50 g (Erwachsenenlakritz) bis 100 g (Kinder-Lakritz) täglich, was etwa 100 mg Glycyrrhizinsäure entspricht. Diese Menge stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei täglichem Konsum als gesundheitlich unbedenklich ein. Schwanger und Lakritz schließen sich also nicht völlig aus, wenn Sie die Leckerei nur gelegentlich und nicht im Übermaß essen – insbesondere, wenn Ihre Ernährung in der Schwangerschaft ansonsten gesund und ausgewogen ist. Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, meidet Lakritz in der frühen Schwangerschaft und darüber hinaus komplett.

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